Hunderasse des Tages: Deutscher Wachtelhund

Herkunft und Geschichte
Der Deutsche Wachtelhund ist eine traditionsreiche und vielseitige deutsche Jagdhunderasse, deren Ursprünge bis weit ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Bereits im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wurden in Deutschland sogenannte „Wachtelhunde“ als Stöberhunde und Vogelhunde eingesetzt, die Wild aufspürten, aufscheuchten und nach dem Schuss apportierten. Die Bezeichnung „Wachtelhund“ tauchte schon im 16. Jahrhundert in der Fachliteratur auf und bezeichnete ursprünglich alle langhaarigen, mittelgroßen Stöberhunde, die für die Jagd auf Federwild, insbesondere Wachteln, verwendet wurden. Mit dem Aufkommen moderner Jagdmethoden und der Schusswaffe im 19. Jahrhundert gerieten die alten Wachtelhunde jedoch zunehmend in Vergessenheit, da englische Vorstehhunde und andere spezialisierte Rassen beliebter wurden. Ende des 19. Jahrhunderts erkannte der Forstmeister Friedrich Jungklaus aus dem Harz den Wert der alten Wachtelhunde und startete 1888 einen Aufruf in der Zeitschrift „Zwinger und Feld“, um geeignete Hunde für eine neue Zuchtbasis zu finden. In den folgenden Jahren wurden aus ganz Deutschland leistungsstarke, gesunde und vielseitige Stöberhunde zusammengetragen und gezielt verpaart. Die Zucht wurde ab 1903 unter der Leitung des neu gegründeten Vereins für Deutsche Wachtelhunde e.V. systematisch organisiert. Die Zuchtbasis war zunächst schmal – nur zehn Patriarchen, darunter der berühmte Rüde „Lord Augusta 1834 L“ und die Braunschimmelhündin „Baby auf der Schanze 1838 L“, gelten als Stammeltern der modernen Rasse. Ziel war es, einen robusten, ausdauernden und vielseitigen Jagdhund zu schaffen, der sowohl im Feld als auch im Wasser und im Wald zuverlässig arbeitet. Besonders Rudolf Frieß, der als „Wachtelvater“ in die Geschichte einging, prägte die Entwicklung der Rasse maßgeblich und setzte sich für die getrennte Zucht der Farbschläge Braun und Braunschimmel ein. Der Deutsche Wachtelhund wurde schnell zum bevorzugten Begleiter deutscher Jäger und Förster und verbreitete sich im 20. Jahrhundert auch in anderen europäischen Ländern. Seine Vielseitigkeit, seine ausgezeichnete Nase und seine Fähigkeit, in jedem Gelände zu arbeiten, machten ihn zum Inbegriff des deutschen Stöberhundes. Heute ist der Deutsche Wachtelhund als eigenständige Rasse von der FCI (Nr. 104) anerkannt und wird weltweit als passionierter Jagd- und Familienhund geschätzt.
Aussehen und Charakter
Der Deutsche Wachtelhund ist ein mittelgroßer, kräftiger und dennoch eleganter Hund mit einem harmonischen, muskulösen Körperbau, der ihn für die vielseitigen Anforderungen der Jagd prädestiniert. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 48 bis 54 Zentimetern, Hündinnen sind etwas kleiner. Das Gewicht liegt zwischen 18 und 25 Kilogramm. Das Fell ist mittellang bis lang, dicht, meist wellig, gelegentlich auch lockig (Astrachan) oder glatt, mit dichter Unterwolle, die den Hund optimal vor Kälte, Nässe und Dornen schützt. Die häufigsten Fellfarben sind Braun und Braunschimmel, daneben kommen auch gescheckte und rote Varianten vor. Der Kopf ist edel, mit leicht gewölbtem Schädel, ausgeprägtem Stop, kräftigem Fang und mittelgroßen, hoch angesetzten, flach anliegenden, dicht behaarten Hängeohren. Die Augen sind mittelgroß, dunkel und ausdrucksstark. Die Rute ist mittellang, kräftig und wird fröhlich getragen. Charakterlich ist der Deutsche Wachtelhund ein Paradebeispiel für Intelligenz, Arbeitsfreude und Anpassungsfähigkeit. Er ist ausgesprochen menschenbezogen, freundlich, anhänglich und baut eine enge Bindung zu seiner Familie auf. Trotz seines ausgeprägten Jagdtriebs ist er im Haus ruhig, ausgeglichen und sozial, sofern er ausreichend ausgelastet wird. Der Deutsche Wachtelhund ist wachsam, mutig und besitzt einen ausgeprägten Schutztrieb, ohne aggressiv zu sein. Er ist lernwillig, leichtführig und benötigt eine konsequente, aber liebevolle Erziehung. Seine Vielseitigkeit macht ihn zum idealen Partner für aktive Menschen, Jäger und Familien, die einen sportlichen, intelligenten und zuverlässigen Hund suchen. Seine hohe Intelligenz, Sensibilität und Anpassungsfähigkeit machen ihn zu einem beliebten Begleiter für Menschen, die einen aktiven Lebensstil pflegen. Der Deutsche Wachtelhund ist ein passionierter Stöberhund, der Herausforderungen liebt und sich durch seine Lebensfreude und Anpassungsfähigkeit auszeichnet.