Hunderasse des Tages: Französische Bulldogge

Herkunft und Geschichte
Die Französische Bulldogge, auch Bouledogue Français genannt, ist eine der bekanntesten und beliebtesten Hunderassen der Welt und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die eng mit dem sozialen und kulturellen Wandel des 19. Jahrhunderts in Europa verbunden ist. Die Ursprünge der Französischen Bulldogge liegen in England, wo sie von der alten englischen Bulldogge abstammt, die ursprünglich für Hundekämpfe und das Bullbaiting gezüchtet wurde. Mit dem Verbot dieser blutigen Wettkämpfe im Jahr 1835 sank die Nachfrage nach den schweren, rauflustigen Bulldoggen, und es entstand ein neuer Zuchttrend: kleinere, friedlichere und geselligere Hunde, die als Begleiter und Rattenfänger in den Arbeitervierteln Englands gehalten wurden. Besonders in Nottingham und East London wurden diese „Toy-Bulldogs“ von Webern und Spitzenklöpplern gezüchtet, die sie Mitte des 19. Jahrhunderts mit nach Frankreich nahmen, als sie dort Arbeit suchten. In Paris und Umgebung fanden die kleinen Bulldoggen schnell Anklang, insbesondere in den beengten Wohnverhältnissen der Großstadt. Französische Züchter kreuzten die Hunde gezielt mit Möpsen und Terriern, um das typische Aussehen mit kurzer Schnauze, großen, aufrecht stehenden „Fledermausohren“ und dem kompakten Körperbau zu festigen. Die Französische Bulldogge wurde zum Liebling der Pariser Arbeiter, Künstler und später auch der Aristokratie. 1880 wurde der erste Zuchtverein in Paris gegründet, 1888 folgte die Anerkennung durch den Zentralverband der Hundezüchter Frankreichs. Die Rasse wurde in der Folgezeit weiter verfeinert, wobei der Rüde „Loupi“ als Stammvater des heutigen Typs gilt. Um 1900 gelangte die Französische Bulldogge nach England zurück, wo sie zunächst wegen ihrer Ohrenform belächelt wurde, aber bald auch dort zahlreiche Anhänger fand. In den USA wurde die Rasse ab 1888 populär, insbesondere Hunde mit den begehrten Fledermausohren. Die Französische Bulldogge entwickelte sich vom Hund der Unterschicht zum Modehund der Pariser Gesellschaft und wurde zum Symbol für Lebensfreude, Anpassungsfähigkeit und enge Bindung an den Menschen. Heute zählt sie zu den beliebtesten Begleit- und Familienhunden weltweit und ist in der FCI-Gruppe 9 als Gesellschafts- und Begleithund anerkannt.
Aussehen und Charakter
Die Französische Bulldogge ist ein kompakter, kleiner bis mittelgroßer Hund mit unverwechselbarem Erscheinungsbild und viel Charme. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 27 bis 34,5 Zentimetern, Hündinnen sind etwas kleiner. Das Gewicht liegt bei Rüden zwischen 9 und 14 Kilogramm, bei Hündinnen zwischen 8 und 13 Kilogramm. Der Körperbau ist gedrungen, muskulös und quadratisch, mit breiter Brust, kurzem Rücken und kräftigen, kurzen Gliedmaßen. Das Fell ist kurz, glänzend, fein und pflegeleicht, in zahlreichen Farben wie beige, schwarz, weiß, gestromt, fawn, creme und weiteren. Der Kopf ist groß, quadratisch, mit kurzer, breiter Schnauze, deutlichem Stop und charakteristischer Stupsnase. Die Ohren sind groß, hoch angesetzt und stehen aufrecht („Fledermausohren“), was der Rasse ihr markantes Aussehen verleiht. Die Augen sind groß, rund, dunkel und weit auseinander stehend, wodurch der typische, ausdrucksstarke Blick entsteht. Die Rute ist kurz, gerade oder korkenzieherförmig, wird aber nie aufgerollt getragen. Charakterlich ist die Französische Bulldogge freundlich, verspielt, anhänglich und kontaktfreudig. Sie ist ein angenehmer, ausgeglichener Begleiter, der sich eng an seine Menschen bindet und eine tiefe emotionale Beziehung aufbaut. Trotz ihres lebhaften Wesens ist sie ruhig, genügsam und anpassungsfähig, liebt es aber ebenso, mit Kindern zu spielen und zu toben. Die Französische Bulldogge ist wachsam, selbstbewusst und manchmal eigensinnig, aber selten aggressiv. Ihre hohe Sozialkompetenz und ihr Charme machen sie zu einem beliebten Familienhund, der sich gut in das Leben in der Stadt oder auf dem Land einfügt.