Hunderasse des Tages: Grand anglo-francais blanc et noir

Herkunft und Geschichte
Der Grand anglo-francais blanc et noir ist eine traditionsreiche französische Laufhunderasse, deren Ursprünge bis ins 17. und 18. Jahrhundert zurückreichen und die ein Paradebeispiel für die Verschmelzung englischer und französischer Jagdhundlinien ist. Die Rasse entstand aus gezielten Kreuzungen zwischen englischen Foxhounds und französischen Laufhunden wie dem Grand Bleu de Gascogne und dem Grand Gascon Saintongeois. Ziel war es, einen großen, ausdauernden und leistungsfähigen Meutehund für die Parforcejagd auf Hochwild wie Hirsch, Wildschwein und Reh zu schaffen, der sowohl die Robustheit und den Spurwillen der französischen Bracken als auch die Schnelligkeit und Ausdauer der englischen Hunde vereint. Die anglo-französischen Hunde wurden im 19. Jahrhundert in Frankreich immer beliebter und fanden Eingang in die großen Jagdmeuten des Adels. Die Bezeichnung „blanc et noir“ verweist auf das charakteristische schwarz-weiße Fellmuster, das bei der Jagd im Gelände eine gute Sichtbarkeit gewährleistet. Die Rasse wurde 1957 vom französischen Zuchtverband offiziell anerkannt und ist heute unter der FCI-Standardnummer 323 geführt. Der Grand anglo-francais blanc et noir ist in Frankreich weiterhin ein geschätzter Meutehund für die traditionelle Hochwildjagd, wird aber auch als vielseitiger Jagd- und Familienhund in anderen europäischen Ländern gehalten. Seine Geschichte steht für die Verbindung von englischer und französischer Jagdtradition, die Innovationskraft der Züchter und die Anpassungsfähigkeit an moderne Anforderungen. Trotz seiner Spezialisierung auf die Jagd hat sich der Grand anglo-francais blanc et noir durch seine Loyalität, Intelligenz und Ausdauer auch als Begleiter im Alltag bewährt. Besonders in den großen Forsten Frankreichs, aber auch in Belgien und Italien, ist die Rasse bis heute ein Symbol für die klassische Meutejagd und die Zusammenarbeit zwischen Mensch, Hund und Natur.
Aussehen und Charakter
Der Grand anglo-francais blanc et noir ist ein großer, athletisch gebauter und eleganter Laufhund mit kräftigem, muskulösem Körperbau. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 65 bis 72 Zentimetern, Hündinnen sind etwas kleiner. Das Gewicht liegt meist zwischen 28 und 34 Kilogramm. Der Körperbau ist robust, mit tiefem Brustkorb, geradem Rücken und langen, kräftigen Gliedmaßen, die dem Hund Ausdauer und Schnelligkeit verleihen. Das Fell ist kurz, dicht, glatt und glänzend, bietet guten Wetterschutz und ist pflegeleicht. Die charakteristische Fellfarbe ist weiß mit großen schwarzen Platten und Flecken, gelegentlich mit lohfarbenen Abzeichen über den Augen, an den Wangen, unter den Ohren und am Rutenansatz („Vieräuglkleid“). Der Kopf ist edel, mit leicht abgerundetem Schädel, gut definierter Schnauze, deutlichem Stop und einem charakteristischen Höcker am Hinterkopf. Die Ohren sind tief angesetzt, weich, mittellang und hängen herab. Die Augen sind dunkelbraun, ausdrucksstark und verleihen dem Hund einen intelligenten, sanften Blick. Die Rute ist lang, elegant und wird in Form eines Schwertes getragen. Charakterlich ist der Grand anglo-francais blanc et noir freundlich, loyal, ausdauernd und arbeitsfreudig. Er ist sehr sozial, verträgt sich gut mit anderen Hunden und ist ein ausgezeichneter Meutehund. Trotz seines ausgeprägten Jagdtriebs ist er im Haus ruhig, ausgeglichen und anpassungsfähig, sofern er ausreichend ausgelastet wird. Er ist wachsam, mutig und besitzt einen ausgeprägten Schutztrieb, ohne aggressiv zu sein. Seine Vielseitigkeit macht ihn zum idealen Partner für aktive Menschen, Familien und Hundefreunde, die einen sportlichen, intelligenten und zuverlässigen Hund suchen. Seine hohe Intelligenz, Sensibilität und Anpassungsfähigkeit machen ihn zu einem beliebten Begleiter für Menschen, die einen aktiven Lebensstil pflegen.