Hunderasse des Tages: Broholmer

Herkunft und Geschichte
Die Geschichte des Broholmer reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück und ist eng mit der dänischen Adelsgeschichte verbunden. Bereits 1589, als die Tochter des dänischen Königs Frederik II. den schottischen König James VI. heiratete, gelangten große englische Hunde nach Dänemark. Diese Tiere wurden mit einheimischen Hunden verpaart und begründeten die Linie des „alten dänischen Hundes“, aus dem sich der heutige Broholmer entwickelte. Im 18. Jahrhundert beschrieb der Naturforscher Buffon einen großen dänischen Hund, der als Stammvater vieler europäischer Molosserrassen galt. Die gezielte Zucht begann jedoch erst um 1850, als der Landjunker Niels Frederik Sehested auf Schloss Broholm auf Fünen begann, die letzten Vertreter dieses Hundetyps zu sammeln und gezielt weiterzuzüchten. Sein Ziel war es, einen großen, kraftvollen, gelb-braunen Hund mit breitem Kopf und starker Brust zu schaffen, der als Wachhund auf Gütern und in Städten eingesetzt werden konnte. Die Nachkommen wurden als Broholmerhunde bekannt und erfreuten sich bald großer Beliebtheit im dänischen Adel und Königshaus. Um die Rasse zu erhalten, vergab Sehested Welpen nur unter der Bedingung, dass sie zur Zucht eingesetzt wurden. Im 20. Jahrhundert drohte die Rasse auszusterben – Kriege, Krankheiten und die Konkurrenz anderer Hunderassen dezimierten den Bestand. Erst ab 1974 begann man in Dänemark gezielt, verbliebene Broholmer zu suchen und durch Rückzüchtung die Rasse zu retten. 1982 erfolgte die FCI-Anerkennung. Heute gilt der Broholmer als nationales Kulturgut Dänemarks und ist weltweit als ruhiger, freundlicher Familien- und Wachhund geschätzt. Seine Geschichte steht für die enge Verbindung zwischen Mensch, Hund und skandinavischer Tradition und für die Bedeutung der Erhaltungszucht alter Landrassen.
Aussehen und Charakter
Der Broholmer ist ein großer, massiver und dennoch harmonisch gebauter Hund, der durch seine imposante Erscheinung und sein freundliches Wesen beeindruckt. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 75 bis 80 cm bei einem Gewicht von 50 bis 70 kg, Hündinnen sind mit etwa 70 cm und 40 bis 60 kg etwas zierlicher. Sein Körperbau ist quadratisch, muskulös und kraftvoll, mit breitem Rücken, tiefer Brust und starken Gliedmaßen. Das Fell ist kurz, eng anliegend und besitzt eine dichte Unterwolle, die ihn wetterfest macht. Die Fellfarben reichen von gelb, goldrot bis schwarz, häufig mit schwarzer Maske und weißen Abzeichen an Brust, Pfoten oder Rutenspitze. Der Kopf ist groß, breit, mit ausgeprägtem Stop, kräftigem Fang und leicht hängenden Lefzen. Die Augen sind rund, bernsteinfarben bis dunkel und verleihen dem Hund einen ruhigen, wachsamen Ausdruck. Die Ohren sind mittelgroß, hoch angesetzt und liegen seitlich am Kopf an. Die Rute ist dick, mittellang und wird in einer leichten Kurve getragen. Trotz seiner Größe bewegt sich der Broholmer erstaunlich geschmeidig und zeigt kraftvolle, ausdrucksstarke Bewegungen. Charakterlich ist der Broholmer ein Paradebeispiel für Gelassenheit, Freundlichkeit und Wachsamkeit. Er ist sehr menschenbezogen, anhänglich und baut eine enge emotionale Bindung zu seiner Familie auf. Trotz seiner imposanten Erscheinung ist er sanft, geduldig und besonders kinderlieb. Der Broholmer ist wachsam, meldet Ungewöhnliches zuverlässig, ist aber niemals aggressiv. Er lernt schnell, welche Personen sein Revier betreten dürfen, und zeigt Fremde an, ohne anzugreifen. Außerhalb seines Reviers ist er meist gleichgültig gegenüber Fremden und anderen Hunden, begegnet ihnen aber freundlich oder ignoriert sie. Im Haus ist er ruhig, liebt Streicheleinheiten und vergisst dabei oft, dass er kein Schoßhund ist. Mit anderen Haustieren ist er nach Eingewöhnung verträglich. Seine hohe Toleranzgrenze, Geduld und Gutmütigkeit machen ihn zu einem idealen Familienhund, der sich gut in das Familienleben integriert und auch mit Kindern und anderen Tieren harmoniert. Eine liebevolle, konsequente Erziehung und ausreichend Platz und Bewegung sind für sein Wohlbefinden unerlässlich.