Hunderasse des Tages: Eurasier

Herkunft und Geschichte
Der Eurasier ist eine vergleichsweise junge, aber dennoch faszinierende deutsche Hunderasse, deren Entstehung eng mit der Vision eines idealen Familienhundes verbunden ist. Die Geschichte des Eurasiers beginnt in den 1960er Jahren mit Julius Wipfel, einem Züchter aus Weinheim, der das Ziel verfolgte, einen Hund zu schaffen, der die besten Eigenschaften des Wolfsspitzes (Deutscher Spitz), des Chow-Chows und später des Samojeden in sich vereint. Wipfel war überzeugt, dass sich durch die Kreuzung dieser Rassen ein ausgeglichener, menschenbezogener und zugleich ursprünglicher Hund entwickeln ließe, der sowohl als Begleiter als auch als Familienhund geeignet ist. Die ersten Kreuzungen erfolgten 1960 zwischen Wolfsspitz und Chow-Chow und wurden „Wolf-Chow“ genannt. Das Ergebnis überzeugte durch sein freundliches Wesen, seine Robustheit und sein attraktives Aussehen. 1972 wurde die Rasse durch die Einkreuzung des Samojeden weiter veredelt, um das freundliche, offene Wesen und die Anpassungsfähigkeit zu stärken. Im selben Jahr erhielt die Rasse den Namen „Eurasier“, um die Verbindung zwischen den europäischen und asiatischen Ursprüngen zu betonen. 1973 erfolgte die Anerkennung durch den Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), 1974 durch die Fédération Cynologique Internationale (FCI). Die Zucht wurde von Anfang an streng kontrolliert, um Gesundheit, Wesensfestigkeit und die charakteristischen Eigenschaften zu sichern. Der Eurasier wurde schnell populär und verbreitete sich in Deutschland, Österreich, der Schweiz und später auch international. Heute ist der Eurasier ein Symbol für die gelungene Verbindung von Tradition und Innovation in der Hundezucht. Seine Geschichte steht für das Streben nach einem ausgeglichenen, gesunden und familienfreundlichen Hund, der sich durch Anpassungsfähigkeit, Intelligenz und ein freundliches Wesen auszeichnet. Die Rasse ist ein Paradebeispiel für die moderne Hundezucht, bei der das Wohl des Hundes und die enge Bindung zum Menschen im Mittelpunkt stehen.
Aussehen und Charakter
Der Eurasier ist ein mittelgroßer, harmonisch gebauter Hund mit einem eleganten, wolfsähnlichen Erscheinungsbild und einer beeindruckenden Ausstrahlung. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 52 bis 60 Zentimetern, Hündinnen sind etwas kleiner. Das Gewicht liegt bei Rüden zwischen 23 und 32 Kilogramm, bei Hündinnen zwischen 18 und 26 Kilogramm. Das Fell ist mittellang bis lang, dicht, mit üppiger Unterwolle und geradem, abstehenden Deckhaar. Die Farbpalette ist vielfältig: Von Schwarz, Schwarz mit Brand, Wolfsgrau, Falb, Rot, Creme, bis hin zu reinem Weiß oder gescheckten Varianten ist alles erlaubt, ausgenommen sind reinweiß, leberbraun und weiß mit Flecken. Der Kopf ist keilförmig, mit mittelgroßen, mandelförmigen, dunklen Augen und aufrecht getragenen, dreieckigen Ohren. Die Rute ist buschig, mittellang bis lang und wird eingerollt über dem Rücken getragen. Der Eurasier besticht durch seine ruhige, ausgeglichene und freundliche Ausstrahlung. Charakterlich ist er intelligent, wachsam, aber nicht aggressiv, sehr menschenbezogen und bindet sich eng an seine Familie. Er ist sensibel, feinfühlig und reagiert stark auf die Stimmungen seiner Bezugspersonen. Der Eurasier ist zurückhaltend gegenüber Fremden, aber niemals scheu oder ängstlich. Seine hohe Sozialkompetenz zeigt sich im Umgang mit Kindern, anderen Hunden und Haustieren. Er ist verspielt, lernwillig und benötigt eine konsequente, aber liebevolle Erziehung. Seine Anpassungsfähigkeit macht ihn zum idealen Begleiter für Familien, Paare und Einzelpersonen, die einen treuen, ausgeglichenen und charakterstarken Hund suchen.