Hunderasse des Tages: Braque Francais, Type Gascogne

Herkunft und Geschichte
Der Braque Francais, Type Gascogne, ist eine der ältesten und traditionsreichsten Vorstehhunderassen Frankreichs. Seine Ursprünge reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück, als in Südwestfrankreich, insbesondere in der Region Gascogne, große, kräftige Jagdhunde gezüchtet wurden, die für die Jagd auf Feder- und Niederwild in unterschiedlichstem Gelände eingesetzt wurden. Die Rasse entstand aus lokalen französischen Vorstehhunden, die vermutlich auch Einflüsse vom alten spanischen Pointer und dem inzwischen ausgestorbenen Southern Hound aufweisen. Ursprünglich gab es nur einen Typ des französischen Bracque, doch im 19. Jahrhundert erfolgte eine Aufspaltung in zwei Schläge: den größeren und schwereren Gascogne-Typ und den kleineren, leichteren Pyrenäen-Typ. Der Gascogne-Typ wurde speziell für die Jagd in den weiten Ebenen und Wäldern Südwestfrankreichs gezüchtet, wo Ausdauer, Robustheit und Vielseitigkeit gefragt waren. Die Rasse wurde im Laufe der Jahrhunderte von lokalen Jägern und Adeligen weiterentwickelt und blieb in ihrer Region weitgehend rein erhalten. Im 20. Jahrhundert war der Bestand des Braque Francais, Type Gascogne, durch die Konkurrenz moderner Vorstehhunde und den Rückgang der traditionellen Jagd bedroht, doch engagierte Züchter retteten die Rasse vor dem Aussterben. Heute ist der Braque Francais, Type Gascogne, in Frankreich wieder als vielseitiger Jagd- und Familienhund geschätzt und wird zunehmend auch international bekannt. Seine Geschichte steht für die enge Verbindung zwischen Mensch, Hund und der ländlichen Jagdkultur Frankreichs und für die Bedeutung regionaler Rassen als Teil des europäischen Kulturerbes.
Aussehen und Charakter
Der Braque Francais, Type Gascogne, ist ein großer, kräftiger und dennoch eleganter Hund mit einem robusten, muskulösen Körperbau und harmonischen Proportionen. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 58 bis 69 Zentimetern, Hündinnen sind etwas kleiner. Das Gewicht liegt meist zwischen 23 und 30 Kilogramm. Das Fell ist kurz, dicht und fein, mit einer weichen, elastischen Haut, die dem Hund Schutz vor Witterungseinflüssen bietet. Die Fellfarben variieren von kastanienbraun, weiß mit braunen Platten, bis hin zu weiß mit brauner Tüpfelung. Der Kopf ist groß und breit, mit einer leicht gewölbten Stirn, ausgeprägtem Stop und einer breiten, rechteckigen Schnauze. Die Nase ist groß und braun, die Augen sind oval, dunkel und strahlen Intelligenz und Ruhe aus. Die Ohren sind lang, tief angesetzt und reichen, nach vorne gezogen, bis zur Nasenspitze; sie sind dünn, weich und leicht eingerollt. Die Lefzen sind leicht hängend und verleihen dem Fang ein quadratisches Aussehen. Der Körperbau ist kompakt, mit geradem Rücken, tiefer Brust und kräftigen, muskulösen Gliedmaßen, die dem Hund Ausdauer und Wendigkeit verleihen. Die Rute ist mittellang, wird in Ruhe hängend, bei Bewegung leicht erhoben getragen. Charakterlich ist der Braque Francais, Type Gascogne, ein freundlicher, ausgeglichener und intelligenter Hund. Er ist sehr menschenbezogen, anhänglich und zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit. Trotz seiner Jagdleidenschaft ist er im Haus ruhig, sanft und sozial. Der Hund benötigt viel Bewegung und geistige Auslastung, um ausgeglichen zu sein, und ist ein treuer Begleiter für aktive Familien und Jäger. Seine Sensibilität, seine Führigkeit und sein Bedürfnis nach engem Kontakt zu seinen Menschen machen ihn zu einem angenehmen, aber auch anspruchsvollen Begleiter. Er ist kinderlieb, verträglich mit anderen Hunden und selten aggressiv. Seine ruhige, geduldige Art und seine hohe Intelligenz machen ihn zu einem echten Familienhund, der sich schnell an neue Situationen anpasst.